Rolex und die Welt der Erforschung und Entdeckung Cover

Die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit ausloten

Kapitel Zwei

Ohne Armbanduhr können Forscher und Entdecker sich nicht ihren Heraus­forderungen stellen.

Sie allein ermöglicht ihnen das richtige Zeitmanagement, das ausschlag­gebend ist für das Erreichen ihres Vorhabens; sie ist ihre Überlebens­garantie. Für alle, die an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit gehen, ist sie ein unverzichtbares Werkzeug, um unter Extrem­bedingungen bestehen zu können. Ihre Widerstands­fähigkeit, ihre Präzision und die gute Ablesbarkeit sind entscheidende Faktoren, insbesondere in Situationen völliger Abgeschiedenheit, wenn alle Orientierungs­punkte verschwinden, wenn die Grenzen zwischen Tag und Nacht verschwimmen. Die Armbanduhr muss wie auch ihr Träger den widrigsten Bedingungen trotzen.

Rolex begleitete Erling Kagge bei der Eroberung der drei Pole wie auch bei der nicht unterstützten Solo­durchquerung der Antarktis; den Bergsteiger Ed Viesturs, der die 14 höchsten Gipfel der Erde – alle über 8.000 Meter – ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwang; den Abenteurer Rune Gjeldnes, der als Erster den Arktischen Ozean ohne Nachschub durchquerte sowie die Ärztin Christine Janin, die als erste Frau ohne Unterstützung und ohne Schlittenhunde den Nordpol erreichte, bevor sie auf jedem Kontinent den höchsten Gipfel bestieg. Jeder von ihnen ist dabei über sich hinausgewachsen. Sie eröffneten neue Horizonte, indem sie die Grenzen menschlicher Belastbarkeit verschoben.

Die Eroberung der drei Pole

Erling Kagge

Der Norweger Erling Kagge braucht extreme Herausforderungen. Ihm gelang ein dreifaches Bravourstück: Er bewältigte als Erster die „Herausforderung der drei Extrempunkte“, indem er den Nordpol, den Südpol und den Gipfel des Mount Everest bezwang. Eine außergewöhnliche Leistung, für die er seine letzten Reserven mobilisieren musste.

Keine Hunde, um die Schlitten zu ziehen. Keine Luftunterstützung zum Abwurf von Proviant während der Expedition. Kein anderes Transportmittel als den menschlichen Körper. Morgens bei ‑54 °C aus dem Schlafsack. „Es war unmöglich. Aber wenn jemand es schaffen konnte, dann wir.“ Mit diesen Worten beschrieb Erling Kagge, Polarforscher und Bergsteiger, Rolex Markenbotschafter 2003–2009 und Mitglied der Jury der Rolex Preise für Unternehmungsgeist 2006, seine Ausnahme­leistung in Begleitung von Børge Ousland, einem weiteren Abenteurer, der das Unmögliche zu bezwingen suchte. Sie waren im März 1990 die Ersten, die den Nordpol ohne fremde Unterstützung auf Skiern erreichten. Mit einem festen Ziel vor Augen: durchkommen – mit ihren eigenen Mitteln, ihrem Mut, ihrer Entschlossenheit und allein mit ihrem Willen.

Zwei Jahre später dann in der Antarktis, und diesmal allein. Der Forscher bezwang 1992–1993 als Erster im Alleingang und ohne Unterstützung den Südpol. Er hat dabei eine Strecke von mehr als 1.300 km zurückgelegt, mehr als fünfzig Tage allein zugebracht, ohne mit irgend­jemandem ein Wort zu wechseln. Erling Kagge musste damals ohne jeden Kontakt zur Außenwelt unablässig gegen Kälte, Hunger und Müdigkeit ankämpfen. Diese Heldentat brachte ihm 1993 einen Platz auf der Titelseite des TIME-Magazins ein.

Im darauf­folgenden Jahr, 1994, unternahm der Norweger ein neues Abenteuer, das wieder von Erfolg gekrönt war: Er erklomm – erneut ohne fremde Hilfe – den Gipfel des Mount Everest. Damit ging er in die Geschichte ein als erster Mensch, der die Three Poles Challenge geschafft hatte: die Bezwingung des Nordpols, des Südpols und des Mount Everest.

Um derartige Leistungen vollbringen zu können, musste Erling Kagge ständig seine eigenen Grenzen überwinden. Seine Philosophie fußt auf grenzenlosem Optimismus, der Lust an kontinuierlicher Anstrengung, dem Wunsch, seine Träume um jeden Preis zu verwirklichen, der Fähigkeit, sich nicht von den eigenen Fehlern und Barrieren behindern zu lassen, um sich selbst zu übertreffen. 

In Anbetracht dessen, was er erreicht hat, ist dieser Abenteurer der Extreme ein Mann, der Bewunderung verdient: Er hat bewiesen, dass der Mensch in der Lage ist, seine letzten Reserven zu mobilisieren, um unabhängig von der Umgebung und den dort herrschenden Bedingungen über sich selbst hinaus­zuwachsen. Die Erfolge bei all seinen Unternehmungen auf dem gesamten Planeten waren das Ergebnis seiner Beständigkeit und Beharrlichkeit. Und Erling Kagge hat nicht nur einen dreifachen sportlichen Triumph errungen – er ist auch und vor allem ein Philosoph, ein Fürsprecher des Glücks, der ständig wiederholt: „Wir brauchen Herausforderungen – und Schwierigkeiten –, um glücklich zu sein.“

Erling Kagge am Südpol

Das Zeitmanagement im Gebirge

Ed Viesturs

Ed Viesturs hat alle Achttausender der Welt ohne zusätzlichen Sauerstoff bezwungen. Seine Armbanduhr und ein paar grundlegende Zeit­management-Regeln bei den Besteigungen halfen ihm, seine Großtaten zu vollbringen. 

Ed Viesturs, erfahrener Bergsteiger und Rolex Markenbotschafter – den Blick so klar und scharf wie seine Gedanken –, gelang es, die 14 Achttausender der Welt ohne zusätzlichen Sauerstoff zu bezwingen. Für ihn ist die Armbanduhr ein unverzichtbarer Teil der Ausrüstung, weil sie bei einer Besteigung erheblich zum Erfolg und zur Sicherheit beiträgt.

„[…] Das Zeitmanagement im Gebirge ist von unmittelbarer Bedeutung für die Erfolgschancen, ja sogar für das Überleben, insbesondere am Tag der Gipfel­besteigung“, erklärt Ed Viesturs. „Jede halbe Stunde zählt. Ich muss unbedingt wissen, zu welcher Uhrzeit ich nach der Gipfel­besteigung wieder im höchsten Lager zurück sein muss. Die gesamte Tagesplanung hängt von dieser Rückkunftszeit ab. Ich kann daraus die Aufbruchszeit ableiten, denn ein früher Aufbruch, wenn die Temperatur noch niedrig ist, bietet den Vorteil, dass man optimale Sicherheits­bedingungen vorfindet und eine Zeitreserve hat, um auf unvorhergesehene Ereignisse oder Verzögerungen zu reagieren. Der Abstieg ist der zweite Teil der Herausforderung. Für mich gilt als oberste Regel, dass ich spätestens um 14 Uhr den Abstieg antreten muss, selbst wenn der Gipfel zum Greifen nahe ist. Den Abstieg mit ausreichend Tageslicht und Energie anzugehen, das sind ideale Voraussetzungen. Bergsteiger sind wohl in gefährliche, ja sogar lebensbedrohliche Situationen geraten, weil sie zu lange mit der Umkehr gewartet haben. Dunkelheit, Kälte, Erschöpfung oder auch Sauerstoffmangel werden nämlich zu kritischen Faktoren.“

Bei jeder seiner Besteigungen trug Ed Viesturs dieselbe Explorer II – ein Modell mit weißem Zifferblatt, das er 1994 erhalten hatte. „Sie hat mich noch nie im Stich gelassen und besitzt alle Eigenschaften, die man zum Bergsteigen braucht; sie zieht sich von selbst auf, ist robust, und die Zeiger sind auf dem Zifferblatt selbst im Dunkeln leicht abzulesen. Auch ein widerstands­fähiges Uhrglas ist von Vorteil, denn die Uhr prallt während des Aufstiegs schon einmal gegen einen Felsen oder auf Eis. Sie ist – so muss ich eingestehen – wahrscheinlich mein wichtigster Ausrüstungs­gegenstand. Auf Expeditionen schaue ich auf jeden Fall sehr regelmäßig auf sie. Meine Armbanduhr und die angezeigte Zeit sind ein Garant für meine Sicherheit.“ 

Der Zeitbegriff in den Polarregionen

Rune Gjeldnes

Rune Gjeldnes kann auf mehrere Premieren als Forscher verweisen. In den Polarregionen taktet seine Uhr die Tagesabläufe, auf die Minute genau.

In der weißen Unermesslichkeit der Pole, wenn die Sonne niemals schläft, wird Zeit relativ. Eine Armbanduhr wird für den Forscher dann zu einem unentbehrlichen Instrument, damit er seine Tagesabläufe strukturieren und so gleichmäßig und koordiniert vorankommen kann. Rune Gjeldnes war neben weiteren von ihm aufgestellten Rekorden der erste Mensch, der auf dem „längsten Marsch“ – „The Longest March“ – eine von Rolex unterstützte Expedition – nacheinander Grönland der Länge nach sowie den arktischen und den antarktischen Eisschild auf Skiern und ohne Unterstützung überquert hat. Während seiner Polar­expeditionen half ihm seine Explorer II, die unbedingt erforderlichen Routine­abläufe beizubehalten.

„Auf einer Expedition ist der Begriff der Zeit absolut relativ. Im ersten Monat zählt man noch die Tage. Danach konzentriert man sich auf das Ziel und nicht mehr darauf, welcher Tag es gerade ist. Auf der anderen Seite diktiert die Zeit den gesamten Tagesablauf: pünktlich aufstehen, das Material zügig verpacken, sich im effektivsten Marsch­rhythmus fortbewegen, also 50 Minuten auf Skiern, dann eine Pause von 10 Minuten. Und bei Tagesende muss man wissen, wann es Zeit ist anzuhalten, möglichst schnell das Lager errichten und essen, um sicher zu sein, dass man anschließend genügend Zeit zur Erholung hat. Während der letzten vierzehn Tage meiner Soloexpedition zum Nordpol war meine ganze Aufmerksamkeit auf das Zeitmanagement gerichtet und auf die Stunden, die ich auf der Strecke verbracht hatte. Das war der Schlüssel zum Erfolg! Sich auf einen zeitbasierten Routine­ablauf verlassen zu können, ist eine echte Erleichterung.“

Um die Zeit zu seinem Verbündeten zu machen, bedarf es einer exzellenten Uhr. „In unwirtlichen Umgebungen zählt jede Minute. Da ist eine präzise Armbanduhr unerlässlich. Und es ist auch sehr nützlich, wenn sie das Datum anzeigt, wie die Explorer II. Denn auch wenn man das Gefühl für den Kalender verliert, ist es immer schön zu wissen, ob es der 20. oder doch bereits der 23. ist.“ 

Rune Gjeldnes am Nordpol

Physische und psychische Heraus­forderungen in extremen Umgebungen

Christine Janin

Der menschliche Körper ist in der Lage, sich an die widrigsten Wetter­bedingungen anzupassen, solange er entsprechend trainiert ist. Die Ärztin und Forscherin Christine Janin beschreibt die körperlichen und geistigen Eigenschaften, die zum Überleben in den unwirtlichsten Regionen der Welt erforderlich sind. 

„In 8.000 Metern Höhe, bei –40 oder gar –50 C°, bleiben uns noch ungefähr 10 Prozent unserer körperlichen Fähigkeiten“, erklärt die Bergsteigerin, Polarforscherin und Ärztin Christine Janin, die von 2001 bis 2006 Rolex Marken­botschafterin war. „Außerdem ruft die allgegen­wärtige Gefahr eine Mischung aus physischem und psychologischem Stress hervor. Bergsteigen in sehr großer Höhe ist also ebenso wie die Polar­forschung nur etwas für durchtrainierte, von Natur aus optimistische, mutige und beharrliche Personen.“ Die Frauen und Männer, die es schaffen, die geografischen Extreme der Erde zu erreichen, sind definitiv eine besondere Gruppe von Menschen, die außer­gewöhnliche Fähigkeiten in Bezug auf körperliche Ausdauer und psychische Belastbarkeit besitzen.

„Der Schlüssel zum Erfolg bei einer Bergbesteigung oder einer Expedition ist ein Start in Bestform. Dazu muss man super trainiert sein, und die Vorbereitung beginnt mehrere Jahre vor der Abreise, damit man Erfahrungen sammeln und seinen Körper an die zu erwartenden Bedingungen anpassen kann.“

Denn die Gefahren sind vielfältig. Extreme Kälte, starke Winde und das Fehlen von Rettungs­teams in der Nähe sind Risiken, mit denen in den Hochgebirgs- und Polarregionen zu rechnen ist. Im Gebirge kann außerdem der Sauerstoff­mangel in der Luft zu akuter Höhen­krankheit führen und den Gemüts­zustand beeinträchtigen. Manchmal können Bergsteiger sich auch in einer Art Gipfelwahn in Gefahr begeben, wenn sie um jeden Preis den Gipfel erreichen wollen. Die einzige Rettung liegt dabei in der Selbstdisziplin und der Selbst­beherrschung, die einem Sportler zu eigen sind. „Um am Leben zu bleiben, kommt es letztlich auf Selbstvertrauen an, auf das Wissen um die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, um die eigene körperliche Verfassung und darauf, dank einer glasklaren Analyse der jeweiligen Gefahren­­situation jederzeit in der Lage zu sein, das Abenteuer aufzugeben“, so Christine Janin. 

In diesen Umgebungen, in denen jeder Schritt kalkuliert und die Zeit andauernd überwacht werden muss, kämpfen diese Frauen und Männer ständig darum, ihr physisches und psychisches Gleichgewicht zu bewahren. Sie nehmen diese beispiellosen Anstrengungen auf sich mit dem einem Ziel, sich selbst zu übertreffen. „Gipfel erklimmt man Meter für Meter, Atemzug für Atemzug. Unterwegs entdecken wir an uns ungeahnte Fähigkeiten, die es uns ermöglichen, den Weg zu Ende zu gehen. Wir empfinden dann eine große Freude, wenn wir erkennen, dass wir in der Lage sind, uns der Gefahr zu stellen und die Heraus­forderungen der Umgebung zu meistern.“ 

Christine Janin Erforschung

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